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Tipps für ein ausgewogenes Essen

Nicht alles, was auf unsere Teller kommt, ist gesund. Dabei ist eine ausgewogene Ernährung essentiell und hat einen grossen Einfluss auf unser gesundheitliches Befinden. Doch wie sieht eine gesunde Ernährung im Idealfall aus? Worauf muss geachtet werden? Und wie steht es um Diäten und Fasten? Ernährungsberaterin Sylvia Huber liefert im Interview Antworten.

Wie sieht gesunde und ausgewogene Ernährung im Idealfall aus?

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist farbenfroh, saisonal, regional und auf die individuellen Bedürfnisse wie Alter, Gesundheitszustand oder Veranlagung abgestimmt. Sie besticht durch einen hohen Anteil an Frischprodukten kombiniert mit komplexen Kohlenhydraten und hochwertigen Eiweissquellen. Für die Zubereitung werden hochwertige, pflanzliche Öle, am besten Oliven- oder Rapsöl, verwendet. Wenn Zwischenmahlzeiten eingenommen werden, bestehen diese aus frischen Zutaten. Verarbeitete Lebensmittel, Weissmehl und reiner Zucker werden nur sehr sparsam verwendet. Dazu bilden rund 1 - 2 Liter energiefreie Getränke eine optimale Basis.

Was sind die häufigsten Fehler im Umgang mit Ernährung?

Aufgrund der leistungsorientierten Gesellschaft und des damit verbundenen Zeitdrucks wird Essen oft zur Nebenbeschäftigung. Dadurch leidet die Ausgewogenheit. Foodtrends wie Low-carb oder Low-fat und die von der Werbung vorgegebenen Schönheitsideale beeinträchtigen die Ausgewogenheit ebenfalls negativ. Gerade wenn es um Gewichtsprobleme geht, tendieren viele dazu, immer wieder kurzfristig möglichst viel abzunehmen. Dies führt leider langfristig zu einer Mangelernährung und einem unliebsamem Jo-Jo-Effekt. Für die nachhaltige Wirkung eines Programmes zur Gewichts­abnahme ist die Unterstützung durch eine professionellen Person ratsam.

Worauf sollte man beim wöchentlichen Einkauf achten?                                  

Grundsätzlich muss man sich fragen, wie viele Mahlzeiten in der kommenden Woche zuhause oder auswärts eingenommen werden und ob Gäste geplant sind. Früchte und Gemüse können bei richtiger Lagerung für eine Woche eingekauft werden. Achten Sie hier auf die Saison und die Herkunft. Weiter sollten Sie überprüfen was vorne auf der Packung steht und vergleichen Sie das Kleingedruckte. Versteckter Zucker und ein Zuviel an Fett begünstigen eine Gewichtszunahme. Sorgen Sie dafür, dass Sie immer genügend gesunde Lebensmittel vorrätig haben und diese auch regelmässig verbrauchen und wieder ersetzen.

Was halten Sie von Fasten?

Sofern dies aus religiösen oder spirituellen Aspekten praktiziert wird, hat es einen sinnvollen Beweggrund. Wird hingegen eine sogenannte «Entschlackung» angestrebt oder fastet man mit dem Ziel, gewisse Krankheiten mit dem Nahrungsverzicht positiv zu beeinflussen, dann halte ich nicht viel davon. Ohne professionelle Begleitung birgt das Fasten viele Gefahren.

Gibt es eine Diät, die auch wirklich funktioniert?

Ja, und zwar jene Diäten, welche auf Grund von diagnostizierten Krankheiten durchgeführt werden. müssen. In Bezug auf das Körpergewicht gilt für mich der Grundsatz: Hände weg von Diäten! Denn, eine übertriebene Selbstdisziplin macht auf Dauer krank. Um erfolgreich das individuelle Wohlfühlgewicht zu erreichen, braucht es einen langfristigen Plan, eine Veränderung im Lebensalltag (z.B. regelmässige Bewegung) und viel Geduld. Die professionelle Unterstützung durch eine/n diplomierte/n Ernährungsberater/in SVDE (Schweizerischer Verband der Ernährungsberater/innen) hilft, realistische Ziele zu setzen, vermittelt kompetent  Wissen und erarbeitet gemeinsam mit dem Klienten individuell passende Strategien zur nachhaltigen Verhaltensänderung.

Sylvia Huber führt in Pfäffikon SZ ihre eigene, mobile Praxis, PRAEVCARE, für Ernährung und Diätetik.