Packliste für die nächste Wanderung

Ob auf den nächsten Berggipfel oder durch den nahegelegenen Wald: Wandern macht Spass, hält fit und tut einfach der Seele gut. Hier erfahren Sie, was man in Sachen Ausrüstung beachten sollte, wie man den perfekten Rucksack findet und wie man auch mal ohne App das Wetter deuten kann.

Wir Schweizer sind wirklich verwöhnt: Uns stehen mehr als 65'000 Kilometer Wanderwege zur Verfügung – 22'000 davon in den Bergen. Die gelben Schilder und weiss-rot-weissen Markierungen gehören genauso zu unserem Kulturgut wie Fondue und Luxusuhren. Wandern ist ein wunderschönes Hobby für jedes Fitness-Level und jeden Wohnort. Als erste Anlaufstelle für Wanderausrüstung in Zürich hat Jelmoli einige Tipps für Sie, wie Ihre nächste Wanderung noch schöner wird.

Die Basis: Die richtigen Wanderschuhe

Das A und O beim Wandern sind die richtigen Schuhe. Sneakers sehen zwar cool aus, geben aber in steinigem Terrain schnell keinen guten Halt mehr. Ob man dabei auf leichte Wanderschuhe, knöchelhohe Boots oder «richtige» Wander- oder Bergstiefel setzt, hängt in der Regel vor allem davon ab, wo man unterwegs ist. Für eher gemütliche Wanderungen auf befestigten Waldwegen genügt ein Outdoor-Sneaker. Bei Wanderungen im Gebirge geben halbhohe Wanderschuhe deutlich besseren Halt, besonders beim Abstieg. Der Wanderausrüster Lowa hat eine grosse Auswahl an unterschiedlichen Modellen fürs Gebirge, die Zürcher Firma ON hält mit dem federleichten Cloudventure Trail ebenfalls einen tollen Outdoor-Schuh für leichtere Wanderungen parat.

Beim Kauf von neuen Wanderschuhen lohnt es sich, Beratung in Anspruch zu nehmen. Der Sportartikel-Experte kennt das Sortiment in- und auswendig und hilft gerne, die richtige Passform und Grösse auszusuchen. Ebenfalls ratsam ist es, neue Wanderschuhe am Nachmittag oder Abend anzuprobieren, da die Füsse in Laufe des Tages etwas anschwellen. Erfahrene Wandervögel raten, neue Wanderschuhe direkt mit neuen Socken zu kaufen, da diese dann gleich angepasst werden können.

Wanderausrüstung: Das perfekte Outfit

Bei der Wahl von geeigneter Wanderkleidung achtet man am besten auf die Funktionalität der Textilien. Performance-Materialien sind nicht nicht nur leichter, sondern auch effizienter in Wärmedämmung und Kühlung. Traditionsreiche Marken wie Mammut oder Schöffel führen eine grosse Auswahl an geeigneter Outdoor-Bekleidung, die sich für verschiedenste Aktivitäten im Freien eignen. Denken Sie beim Anziehen unbedingt in Lagen – und vergessen Sie dabei nicht auf die unterste Schicht, die direkten Hautkontakt hat. Performance-Unterwäsche sollte eng anliegen, jedoch hoch elastisch sein. Auch Merinobekleidung ist ideal für Wanderer, da diese selbst in feuchtem Zustand den Körper wärmt: Wer schon einmal nassgeschwitzt auf einem windigen Gipfel Rast gemacht hat, wird Ihnen dies bestätigen.

Für eine leichte bis mittelschwere Wanderung, die zwischen 4 und 8 Stunden dauert, empfehlen wir folgende Basic-Ausrüstung:

  • Wanderschuhe
  • Wandersocken
  • Berghose (lang oder Zip-Off)
  • Funktionsshirt
  • Fleecepullover oder Jacke
  • Soft Shell- oder Regenjacke
  • Funktionsunterwäsche
  • Kopfbedeckung

Der Wanderrucksack: Das muss und kann mit

Bei der Wahl eines geeigneten Wanderrucksacks sollte man beachten, dass es für Frauen und Männer unterschiedliche Modelle gibt, der jeweiligen Anatomie angepasst. Für den idealen Sitz ist vor allem die Rückenlänge wichtig. Fragen Sie den Sporthändler um Rat, denn gerade wenn ein Rucksack voll bepackt ist, kann er plötzlich zu tief sitzen oder unangehem am Kreuz aufliegen.

Marken wie Osprey oder Deuter verfügen über viele verschiedene Modelle, die sich für fast jedes Wanderbedürfnis eignen. Bloss einen «absolut wasserdichten» Rucksack gibt es schlicht und einfach (noch) nicht gibt. Bei Dauerregen ist ein wasserabweisender Überzug unabdingbar. Wer oft mit Kamera-Stativ oder Wanderstöcken unterwegs ist, kann ebenfalls darauf achten, dass der Rucksack geeignete Trageriemen aufweist.

Für Tageswanderungen genügt in der Regel ein 20 bis 30-Liter-Rucksack. Die wichtigsten Dinge für einen gelungenen Ausflug finden hier problemlos Platz:

  • Regenhose
  • Mütze und Handschuhe, je nach Jahreszeit
  • Sonnenbrille
  • Verstellbare Wanderstöcke
  • Regenhülle für den Rucksack
  • Sonnencreme
  • Erste-Hilfe-Set, inkl. Blasenpflaster und Zeckenzange
  • Verpflegung: Trinkflasche/Trinksystem mit mind 1.5 Liter Wasser
  • Lunch in geeigneter Brotdose
  • Papiertaschentücher
  • Sackmesser

Je nach Route und Schwierigkeitsgrad sollten weitere Ausrüstungsgegenstände auf Ihre Packliste:

  • GPS-Gerät
  • Fernglas
  • Kompass
  • Topografisches Kartenmaterial
  • Powerbank und aufgeladenes Handy
  • Pass/Krankenkassenkarte
  • Bargeld

In Sachen Wander-Snacks gibt es eine grosse Auswahl von bestens transportfähigen Snacks und Mahlzeiten. Das klassische Sandwich ist nie verkehrt. Einen extra Energie-Kick gibt es, wenn Sie dafür Vollkornbrot wählen und z.B. Hummus statt Butter für noch mehr wertvolles Eiweiss nehmen. Ebenfalls prima für unterwegs sind hartgekochte Eier, Getreideriegel, Studentenfutter oder auch das gute alte Biberli.

Der kleine Wetterschmöcker: Tipps und Tricks

Wissen, wie das Wetter wird – das ist vielen auch im Alltag ein grosses Anliegen. Trotz bester Prognosen kann man besonders in den Bergen jedoch unvermittelt in ein Gewitter oder in schlechtes Wetter geraten. Gerade in unserer digitalen Zeit ist es darum von Vorteil, wenn man die Anzeichen von aufziehendem Wetter richtig deuten kann.

Zeichen für gutes Wetter:

Kleine Quellwolken. Diese nehmen im Laufe des Tages meist zu, doch so lange sie am Nachmittag nicht zu riesengrossen Wolkentürmen anwachsen, droht in der Regel kein Wetterumschwung.

Linsenförmige Wolken, auch «Föhnfische» genannt, entstehen bei Föhn über den Berggipfeln. Wenn sie sich an den Rändern beginnen zu wellen oder zerfasern, zeigt das an, dass der Föhn zusammenbricht.

Kurze Kondensstreifen. Wenn Flugzeuge nur kurze Kondensstreifen, die schnell verblassen, hinter sich herziehen, bedeutet das trockene Luft und somit (weiterhin) gutes Wetter.

Föhnmauer. Gibt es über dem Gebirge eine kompakte Wolkenwand mit scharf abgegrenzten Kanten, zeigt das eine Föhnlage an.

Zeichen für schlechtes Wetter:

Schäfchenwolken.Diese kleinen Wolkenhäufchen sind ein Zeichen dafür, dass sich etwas zusammenbraut.

Hohe Schichtwolken.Ist die Wolkenschicht gleichmässig und so dünn, dass sie die Sonne nur leicht verschleiert (aber nicht verdeckt), ist eine Warmfront im Anmarsch. Diese kann Regen bringen, aber selten mit Kälte oder Sturm.

Lange Kondensstreifen.Wenn die Kondensstreifen von Flugzeugen lang bleiben und vom Wind auseinandergezogen werden, kündigt sich feuchte Luft an. Wie lange es bis zum nächsten Regenschauer dauern wird ist allerdings schwierig abzuschätzen.

Gewitterwolken/dunkle Wolkenwand.Auch Laien-Meteorologen erkennen, dass hier was kommt! Wenn sich schon am Morgen oder am frühen Nachmittag grosse Wolkentürme bilden, muss man mit einem Gewitter rechnen. Mit einer dunklen Wolkenwand kündigt sich ein unmittelbarer Wetterumsturz an, da eine Kaltfront einbricht: Es muss mit Regen, heftigen Windböen, Regen (in höheren Lagen sogar) Schnee gerechnet werden.

Mit einer guten App und etwas gesundem Menschenverstand lässt sich die Wanderung meist gut planen. Profis empfehlen in der Schweiz unter anderem zum Beispiel die Wetter-Apps von Bergfex,MeteoSwiss und Wetter Alarm zur Planung der Tour.

Die Ausrüstung sitzt, die Wanderroute ist geplant und der Biber eingepackt? Dann steht dem Wanderspass nichts mehr im Weg. Hier lang für Wandervorschläge in Ihrer Region.

Jelmoli wünscht viel Vergnügen!