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Ruhig Blut

Die Eingebung für ihre Hautcreme aus Blut hatte sie bei einer Gelenkbehandlung. Nach ihrem Medizinstudium arbeitete Barbara Sturm in einem Forschungsteam in der Orthopädie, dem es gelang, mithilfe von körpereigenen Proteinen Arthrosen zu heilen. «Ich war davon überzeugt, dass sich diese Erkenntnis auch auf die Dermatologie übertragen lässt. Denn Hautzellen stammen aus derselben Gewebefamilie wie Knorpelzellen», so die deutsche Ärztin. Sie ging der Sache nach.

Ihr Konzept: Körpereigene Proteine sollen für die Tiefenregeneration und die Verjüngung der Haut genutzt werden. «Ich fing mit einer eigens für mich kreierten Blutcreme an.» Die Spezialisierung auf Anti-Aging war die logische Konsequenz. Schliesslich eröffnete sie 2006 eine Schönheitspraxis in Düsseldorf. Dort entnahm sie ein spezielles Peptid aus dem Blut ihrer Patienten, das der MC1-Creme beigemengt wurde. Weil immer mehr danach verlangten, musste eine Kosmetiklinie für alle Interessierten her, die nicht bei Sturm in Behandlung sind. «Die Wirkungsweise sollte möglichst identisch zu meiner Blutpflege sein, aber ohne körpereigene Wirkstoffe auskommen», sagt sie. Durch Zufall wurde sie auf Portulak aufmerksam, eine Pflanze, die reich an Antioxidantien ist und die Hautzellen jung hält.

Die Hauptzutat für ihre Skincare- Linie Molecular Cosmetics, bestehend aus effektiven Seren, Cremes, Sonnenschutz und einem Reinigungsmittel, war gefunden. Letzteres befreit den Teint sanft, aber effektiv mit milden Tensiden und Aloe vera von Rückständen, ohne dabei die Haut auszutrocknen. Sturm setzt bewusst auf wenige, dafür effiziente Inhaltsstoffe, und sie verwendet die kleinstmögliche Menge an Konservierungsmitteln. Ihr Motto für eine zeitlose Schönheit: Ein Minimum an Ingredienzien für eine maximale Wirkung.

Text: Vanessa Fink